Welcher Vogel passt zu mir?
Wer sich entschieden hat, einen Vogel als Haustier zu sich zu nehmen, wird als nächstes vor der Frage stehen, welchen Vogel er nehmen soll. Dabei ist die richtige Wahl bedeutsam, ist doch Vogel nicht gleich Vogel. Die Art sollte zu den Möglichkeiten, den Erwartungen und dem Charakter des Besitzers passen, damit das Zusammenleben für beide Seiten ersprießlich wird.
Zunächst sollte man sich über die geeignete Größe des Wunschvogels im Klaren sein. Vögel brauchen Platz. Sie benötigen nicht nur eine angemessen geräumige Voliere (passt sie in mein Wohnzimmer?), auch muss die Wohnung so groß sein, dass der Vogel sich im Freiflug aus-toben kann. Das wird sich bei einem großen Ara mit nahezu zwei Metern Flügelspannweite in der Regel sehr schwierig gestalten. Deswegen eignen sich für kleine bis mittlere Wohnungen entsprechend kleine Vögel, weil sie im Flug auch Ecken und kurze Flure ausnutzen können.
Außerdem sollte man prüfen, wie geräuschtolerant die Nachbarschaft ist. Alle Vögel machen dann und wann Krach, aber grundsätzlich gilt: je größer der Vogelkörper, desto gewaltiger sein Stimmorgan. Ob er dieses wirklich regelmäßig ausnutzt, steht auf einem anderen Blatt, aber man muss sich auf Kreischkonzerte einstellen.
Dabei gelten bei den Sittichen vor allem die südamerikanischen Sittiche (wie Sonnen- oder Katharinasittich) und die Agaporniden (z.B. Ruß- oder Pfirsichköpfchen) als besonders laut. Wellensittiche dagegen gelten eher als Dauer-Brabbler, dafür aber als wesentlich leiser. Papageien sind grundsätzlich als sehr geräuschintensiv einzustufen, doch die Aras und Kakadus heben sich unter diesen zusätzlich durch eine besondere „Musikalität“ heraus: Sie pfeifen gern und modulieren (manchmal recht schrill) allerhand Töne.
Des Weiteren findet man unter den Vögeln weitreichende charakterliche Unterschiede. Es gibt z.B. sanftere und hektischere Vögel, neugierigere und schreckhaftere, die Kletterer und die Flieger, die „Familienvögel“ oder die „Einmann-Vögel“, die nur ein Familienmitglied als Bezugsperson akzeptieren.
Daher gibt es meines Erachtens auch nicht DEN Anfängervogel schlechthin, sondern nur den Vogel, der zu mir passt und dem ich gerecht werden kann. Denn alle Vögel, ob groß oder klein, stellen ihre ganz persönlichen Ansprüche, die ich als Halter in jedem Fall zu erfüllen habe.
Man sollte sich überlegen, welche Erwartungen man an die gegenseitige Beziehung hat. Möchte man Vögel ausschließlich zum Zuschauen, dann eignen sich die kleineren Arten, wie z.B. Finken oder Kanarienvögel. Sucht man dagegen eine engere Beziehung zum Tier, so sollte man sich bei den Sittichen umschauen. Doch auch unter diesen gibt es massive Unterschiede, was ihr Entgegenkommen betrifft. Allerdings werden Sittiche oftmals nicht so zahm wie viele der Papageienarten (z.B. Amazonen, Graupapageien, Kakadus).
Autorin: Carola Bettinger
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